Alles Gute Frida!

Heute vor 112 Jahren kam die Künstlerin Frida Kahlo zur Welt und wenn sie noch unter uns wäre gebe es heute in Coyoacàn höchstwahrscheinlich eine große Feier. Allerdings jährt sich auch genau in einer Woche zum 65.mal ihr Todestag. Zeit einer bemerkenswerten Künstlerin und starken Frau zu gedenken.

Eine Frau die mich inspiriert sollte natürlich auch in meiner Werkesammlung auftauchen: „Frida“, Polychromos auf Papier,A3

Richtig aufmerksam bin ich auf Frida durch den gleichnahmigen Film geworden. Das muß so vor 12 -13 Jahren gewesen sein. Relativ spät eigendlich, aber besser als nie. Vorher waren mir nur das berühmte Badewannenbild und das Selbstportrait mit den geschnittenen Haaren ein Begriff (siehe Abb. unten). Ich frag mich, wie konnte ich einen so bunten Vogel die ganze Zeit übersehen? Zu meiner Verteidigung kann ich sagen, daß ich schon für meine künstlerische Tätigkeit nur nebenbei Zeit hatte. Hauptberuflich war ich damals in erster Linie alleinerziehnde Mutter und Hotelfachfrau. Im allgemeinen lese ich selten irgendwelche Künstlerbiografien. Ich schaue mir lieber die Werke an, da bekomme ich schon alle Informationen die ich brauche.

Über Fridas Lebensgeschichte habe ich allerdings inzwischen schon einiges gelesen, unter anderem den Roman „Meine Schwester Frida“ von Babara Mujica und heute abend werde ich zur Feier des Tages zum ungefähr 10.mal den Film „Frida“ anschauen und nein es wird bestimmt nicht langweilig. Es ist als treffe ich eine alte Freundin wieder, die mir aus ihren Leben erzählt. Ich freu mich darauf, denn nach solchen Zusammenkünften fühle ich mich in der Regel gestärkt, inspiriert und motiviert. Super Voraussetzung um selber kreativ zu werden. Also spätestens Sonntag geht es ab ins Atelier.

Für mich ist diese Künstlerin ein Vorbild, weil sie sich trotz vieler Schicksalsschläge nie dem Leben abgewandt hat. Mit 6 Jahren erkrankte sie an Kinderlähmung. Es blieb ein dünneres rechtes Bein zurück. Sie wurde von den anderen Kindern als Hinkebein-Frida verspottet. Da sie aber bekanntlicherweise nicht auf den Mund gefallen war, bin ich sicher das sie sich gut dagegen wehren konnte 😉 Bei einem Verkehrsunfall erlitt die 18 jährige Frida schwere Verletzungen und wurde sehr oft, auch noch viele Jahre später am Rücken operiert. Mit den Folgen hatte sie den Rest ihres Lebens zu kämpfen. Auch ihr Kinderwunsch ging nicht in Erfüllung, sie erlitt mehrere Fehlgeburten.

Wenn man mit diesem Hintergrundwissen ihre Bilder betrachtet, muß man kein Kunstkenner sein um zu erkennen, daß hier ein Frau mit starker Willenskraft an der Staffelei saß. Mit Sicherheit war für Frida Kahlo das Malen ein Mittel, um ihre schmerzvollen Erfahrungen zu verarbeiten. Aber ihre Werke sind sehr viel mehr. Ich habe hier mal 3 meiner Favoriten ausgesucht und meine Gedanken dazu festgehalten.

Bild 1, was soll ich sagen, ist der Wahnsinn! 😉 Die Message sollte klar erkennbar sein, spätestens wenn man den Titel weiß. Das Universum liebt und (er)trägt uns. Wir sind ein Teil vom Ganzen. Frida hält ihren Mann Diego Rivera, wie ein Kind in ihren Schoß. Sie wiederum wird von Mutter Erde getragen und diese vom Universum. Es ist bekannt, daß die Beziehung zu dem ebenfalls berühmten Maler Rivera vor allem am Ende eher mütterlich war. Aber das ist in meinen Augen nicht der einzige Grund warum Diego wie ein Baby in ihren Armen liegt. Für mich ist hier das UrlLebensprinzip dargestellt. Jedes Lebewesen braucht eine Mutter, um auf dieser Erde anzukommen. Die Erdenmütter brauchen Pachamama um gebähren zu können und diese wiederrum liegt im Schoße des Universums. Dieses Bild ist absolut matri-archal: Matri= Mutter, arche=Anfang, Ursprung. Am Anfang ist die Mutter.

Bild 2 entstand 1946 nach einer Operation am Rücken. Nicht das erste Bild auf dem gleich zwei Fridas zu sehen sind. Die Frau auf der linken Seite, ist diejenige die sich wohl oder übel mit dem Schmerz, der Zerbrechlichkeit des Körpers auseinander setzen muß. Sie hat sich uns (dem Leben?) abgewandt. Die Frau auf der rechten Seite hat sich von ihrem Korsett befreit. Sie wendet sich dem Betrachter zu und scheint zu sagen: „Schaut her ich bin stark und liebe das Leben.“ Jede der zwei Persönlichkeiten ist eine Tageszeit zugeordnet. Vielleicht hat sich bei ihr auch die Einstellung zu ihrem Schicksal wie Tag und Nacht abgewechselt.-Wie eine Achterbahnfahrt.

Bild 3 „Die gebrochene Säule“ hat mich zu einer eigenen Zeichnung inspiriert. In Bild 3a wird die durch den Unfall verletzte Wirbelsäule sichtbar. Nägel durchbohren die Haut. Anders als beim vorherigen Bild „Baum der Hoffnung…“ hat sich diese Frida dem Betrachter zugewandt und zeigt ihren Schmerz. Eine Art Korsett scheint die Säule nur notdürftig zusammen zu halten. Die Landschaft im Hintergrund ist karg und lässt ein Gefühl von Einsamkeit aufkommen. Man kann durch dieses Bild spüren was diese Frau durchgemacht hat.

In meiner Zeichnung ist es umgekehrt. Die abgebildete Frau scheint mit Absicht ihren Körper aufzureißen. Es wirkt im ersten Moment etwas brutal, aber beim zweiten Blick erkennt man eine gewisse Erleichterung. Endlich kann das angestaute Wasser fließen und es ist Platz für Neues. Das kennt sicherlich jeder, bis zu einem gewissen Grad kann man Dinge erdulden und runterschlucken. Aber umso länger man in diesem Verhalten bleibt, umso größer wird der Brocken der verdaut werden will. Man ist blockiert und verharrt in einer Situation die einem nicht gut tut. Da muß man sich schon mal davon losreißen um zu wachsen.

So genug geschrieben, jetzt wird gefeiert. Zum Abschluss sende ich ein Dankeschön an dich Frida. Zu Lebzeiten hättest du sicher nicht gedacht, daß du mal ein Vorbild vieler Frauen seien würdest. Aber so ist. Du gibts Mut zu sich selbst zu stehen, ob zu den Stärken oder Schwächen, zu der Freude oder der Trauer, ob zu unserer Tages- oder Nachtpersönlichkeit.

Mehr über mich und meine Kunst findet ihr hier: www.art-simoneschramm.de

2 Kommentare zu „Alles Gute Frida!

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