Künstlerin Sein…Was bedeutet das?

Ich hab, wenn man es genau nimmt, schon als Kleinkind beschlossen Künstlerin zu werden. Obwohl kann man das überhaupt bewußt entscheiden?

Vielleicht ist es eher so, daß jeder eine Gabe mit auf diese Welt bringt. Entscheidend ist denn ob man

1. dieses Potenzial entdeckt und 2. Mut und Ausdauer mitbringt um es zu leben.

Ich hatte das Glück, den Anfang meines Weges sehr früh gefunden zu haben. Das beigefügte Foto spricht glaube ich für sich.

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Der Entschluss Künstlerin zu sein unterscheidet sich von den meisten anderen Berufen, wie zum Beispiel Verkäuferin, Bankkaufmann, Taxifahrer oder Bäcker.

Es ist keine Rolle in die man schlüpft. Und schon gar kein Beruf den man wählen kann, weil man ja mit irgendetwas Geld verdienen muß. Es ist wohl eher umgedreht:

Man muss sich der Problematik stellen ob und wie man von seiner kreativen Arbeit leben kann.

Wenn das nicht klappt, muß die Frage beantwortet werden, wie man ansonsten seinen Lebensunterhalt verdient und wie alles unter einem Hut zu bringen ist.

Als Frau kommt denn eventuell noch dazu, daß man Mutter wird/ist und sein möchte. Spätestens jetzt kann man sein Leben als Jonglieren mit den täglichen Anforderungen im Alltag und dem was man eigendlich machen möchte bezeichnen.

Bei mir kommt noch das Thema Alleinerziehend hinzu. Ich mache halt keine halben Sachen. Wenn schon das volle Programm…Spass beiseite….

Auch wenn mein Sohn fast volljährig ist hört das Muttersein ja nicht einfach auf.

Die Verbundenheit bleibt natürlich da und auch eine Verantwortung füreinander.

Damit bin ich heutzutage kein Einzelfall. Immer mehr Frauen stehen dieser schweren Aufgaben gegenüber: Einer „Rolle“ gerecht zu werden, an die so manche „vollständige“ Familie schon scheitert.

Über dieses Thema folgt mit Sicherheit ein eigener Beitrag.

Man muß schon mit dem Herzen voll bei der Sache sein um dieses ständige Hin- und Herwechseln in die

verschiedenen Lebnsbereiche annehmen zu können. Und es brauch Kraft bei Niederlagen wieder aufzustehen, den Stift und den Pinsel wieder in die Hand zu nehmen und weiterzumachen.

Aber habe ich es denn endlich in mein Atelier geschafft, geht meistens alles wie von selbst.

Meistens, oder besser gesagt immer, hat sich in der Zwischenzeit schon alles mögliche an Eindrücken angestaut und führt gerade ein Eigenleben in meinen Kopf in Form von zusammenhanglosen Gedanken-, Ideen- und Bilderfetzen, gemischt mit einen nervenden Ohrwurm den ich garnicht leiden kann und den 1000 Dinge die ja eigendlich noch zu erledigen sind.

Es ist denn für mich sogar zwingend notwendig, jetzt zu malen.

Denn während mein Werk Gestalt annimmt komme ich zur Ruhe, sortiere das angerichtete Chaos im Kopf und kann meinen eigenen Gedankenfluss wieder einigermaßen folgen.

Ich übertrage meine Eindrücke auf ein neutrales, geduldiges und vor allem nicht bewertenes Medium,

also dem Papier oder der Leinwand und gebe dem unsichtbaren, inneren Prozess Gestalt und einen Ort zum Wirken.

So habe ich die Möglichkeit mich meinen Mitmenschen ungefilter mitzuteilen. Denn derjenige der meine Bilder betrachtet erhält die Möglichkeit meine Sicht der Dinge zu erfahren.

Künstlerin sein bedeutet einen Raum für diese Art der Kommunikatuion zu schaffen.

Diese Art des „Sprechens“ unterscheidet sich dem eines zwischenmenschlichen Gesprächs in einem wichtigen Punkt:

Der Kreative hat während der Fertigstellung des Kunstwerkes alleine das Wort.

Da ist niemand der reinredet, es besser weiß und versucht seine Meinung aufzudrängeln.

Kommunikation findet trotzdem statt, sobald es einen Betrachter gibt der offen für die Bildersprache ist.

Diese Möglichkeit des unverfälschten sich mtteilen können ist glaub ich für mich der wichtigste Grund kreativ zu sein.

Ich bin mir nicht sicher ob, dass das gängige Motiv in der „Kunstszene“ ist.

Wahrscheinlich eher nicht. Oft scheint es mir nur um Selbstdarstellung zu gehen. Um sich vom „Gewöhnlichen“ abheben zu wollen und einzigartig zu sein. Und das um jeden Preis.

Bei so manchen Besuch in einen Kunstmuseeum (vor allen der modernen Stilrichtung) frage ich mich bei einzelnen dort ausgestellten Stücken, ob da nicht das ursprüngliche Ziel der Kunst abhanden gekommen ist:

Nämlich zu Erfreuen, Verbindung zu schaffen, zum Nachdenken anzuregen, Schönheit und Kraft zu vermitteln.

Mehr über mich und meine Kunst findet ihr auf meiner Homepage:

http://www.art-simoneschramm.de

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Alles Gute Mutter Erde

Heute ist Muttertag. Höchste Zeit unsere Dankbarkeit an die Mutter zu richten, deren Kinder wir sind…unzwar alle. Für mein Künstwerk „The holistic view“ stand Pachamama Modell. Heute habe ich ein Geschenk für sie…ein Gedicht.

The holistic view, Öl auf Malplatte, 60 x 80 cm

Liebe Mutter Erde

Vielen Dank das es Dich gibt
Dein Herz ist so groß
Ein Jeder und Jedes hat Platz
Du spendest Leben
Du bietest Schutz und Nahrung
Deine Geduld mit uns scheint ohne Grenzen
Auch mit den Blinden unter uns
Die auf dir rumtrampeln
Dich nicht als Ganz anerkennen
Und meinen es besser zu wissen und zu können
Sie meinen Dich überwinden zu müssen
Zu einer höheren Sein zu gelangen
Und daher fehlt Ihnen wohl das Augenlicht
Denn sie sind mittendrin
Im Wunder des Lebens
Es fehlt Ihnen die Fähigkeit alles miteinander zu verbinden
Und Vielen auch der Wille dazu,
Da Fehler einzugestehen nicht jedermanns Stärke ist
Lieber verstecken, verdrängen und verleugnen
Wie hälts du diese DauerPupertät aus?
Wann werden deine Kinder erwachsen?
Selbständig denkend?
Verantwortung übernehmend?
Was für eine Last wäre Dir genommen
Wenn Deine Sprösslinge auf Augenhöhe mit Dir wären

Mehr über mich und meine Kunst findet ihr auf meiner Homepage: www.art-simoneschramm.de

La Catrina, nimm deine Maske ab!

Der Tod kann auch anders…zum Beispiel schön? Das scheint nicht wirklich zusammen zu passen. Und doch: Statt den üblichen Sensenmann findet man auf meinen neuen Kunstwerk selbstverständlich eine Frau…

La Catrina without mask

Was ist da schief gelaufen? Der Tod ist doch schwarz, grausam und endgültig. Statt dessen kam eine Zeichnung bunt wie ein Regenbogen heraus und noch dazu mit einer weiblichen Figur als Hauptmotiv.

Ich habe die Dame La Catrina getauft, nach einer Symbolfigur des „Dia de muertos-Den Tag der Toten“ -einem wichtigen mexikanischen Feiertag. Das passt wohl am ehesten zum Dargestellten. Denn dieser Tag ist alles andere als eine Trauerveranstaltung. Denn nach altem Volksglauben kehren zu dieser Zeit die Seelen der Verstorbenen zurück um ihre Familienangehörigen zu besuchen und es ordentlich krachen zu lassen. Es geht bunt her am „Dia de Muertos“, selbst auf den Friedhöfen, die mit Blumen; Kerzen und Todessymbolen aller Art geschmückt werden.

Im altmexikanischen Glauben wird der Tod nicht als Ende sondern als Teil des Lebens gesehen, als Übergangsphase zu etwas Neuem. Diese Betrachtungsweise ist stimmig mit den Naturzyklus, der allgegenenwärtig ist. Zu beobachten z.B. im Tagesablauf: Morgens-Mittags-Abends-Nacht. Die Nacht ist sozusagen der Tod und die darauf folgende Morgendämmerung ist die Übergangsphase ins neue Leben. Dieser magischer Moment wird auch bei uns mit einen Ritual gefeiert: Mit einer Tasse Kaffee für den Neustart. 😉

La Catrina`s Gesicht wird traditionell in Form eines Totenschädel dargestellt. Auf meinen Werk nimmt sie diese Maske ab und wir können hinter die Verkleidung schauen und sehen das Leben pur – Eine junge Frau.

Daher gehört auch dieses Bild zu meiner Reihe Leben/Tod/Leben Zyklus. Hier geht es zu einen ähnlichen Beitrag zu diesen Thema.

Meine Website : www.art-simoneschramm.de

Wie uns die Natur den richtigen Lebenszyklus vorlebt

„A new born spring“, so der Titel dieses Kunstwerkes, entstand Anfang März März und genau diese Jahreszeit spiegelt sich hier wieder.Das Erwachen der Natur beginnt. Genauso wie bei der jungen Frau auf dem Bild, die wie eine Pflanze aus dem Boden zu sprießen scheint.

Beim Betrachten dieses Bildes ist es wichtig sich zu erinnern, daß in der Natur immer zuerst das Alte sterben muß, damit Neues entstehen kann. Der Tod macht Angst und gerne verdrängen wir die Gewissheit, dass auch wir diesem Zyklus „unterworfen“ sind. Umso wichtiger ist es zu begreifen, daß nach jedem Winter der Frühling folgt.

weiter gehts hier

Zu meinen 3 Online Galerien bitte hier entlang. 😉

Mein neues Kunstwerk aus der Reihe MutterSein/FrauSein

Parallel zu dem angefangenen Öllgemälde, in dem ich mich mit dem Leben-Tod-Leben Zyklus auseinander setze, mit einer Pieta/Schmerzensmutter als Symbol für diesen Kreislauf, habe ich mit Bleistiften und Polychromos die Zeichnung einer Mutter mit ihren Kind fertiggetellt.

Mater in medio

Als Alleinerziehende bringe ich die gelebte Erfahrung mit, daß die Rolle die uns Mütter und Väter in der heutigen Gesellschaft zugeschrieben wird kein bisschen der natürlichen Bestimmung entspricht und uns immer wieder in kaum überwindbar scheinenden Konflikten manövriert.

Das Thema dieses Kunstwerkes ist die Erkenntnis, dass die Art wie wir mit der Natur umgehen, sich im Stellenwert der Mutterrolle widerspiegelt. Wir haben uns weit von „Magna Matter“ entfernt. Sie fristet ihr Leben bestenfalls als Randfigur, anstatt im Zentrum allen Seins, wo doch eigendlich ihr Platz ist.

Ich sehe meine Bilder als Gegendarstellung zu einem natur- und lebensfremden System, indem wir uns als Gesellschaft festgefahren zu haben scheinen.
Ich bringe also nicht meine Meinung über die Mißstände dieser Welt, sondern den mir gewünschten Zustand zum Ausdruck. Diese Herangehensweise empfinde ich als konstruktiver.
Zum einen aus persönlichen Gründen, da für mich das Malen und Zeichnen eine Gegenmaßnahme zu dieser lauten und hektischen Welt darstellt.
Aber auch für den Betrachter um ihn in eine andere mögliche Wirklichkeit zu „entführen“.

Daher bekommt in dieser Zeichnung die Mutter mit ihren Neugeborenen den Platz der ihr zusteht, nämlich im Zentrum des Geschehens und nicht irgendwo in der Ecke, MutterSeelenAlleine.

Meine Homeage: http://www.art-simoneschramm.de


Wir sind Frauen — Artgerecht Weiblichkeit leben & entfalten …

Sehr genau auf den Punkt gebracht und deswegen „gerebloggt“ 😉

Wir sind das Fundament der Gesellschaft. Wir halten die sozialen Strukturen in Kraft. Wir schenken neues Leben und haben schon viel geschafft. Wir sind nicht wie Männer und wollen das auch gar nicht sein Wir sind der gegenteilige Part und das nicht nur zum Schein. Wir folgen einem Zyklus und das ein Leben lang Wir […]

Wir sind Frauen — Artgerecht Weiblichkeit leben & entfalten …

Auf der Jagd nach Glück

In meinem heutigen Beitrag übergebe ich meiner Co-Autorin Alexandra Danzl das Wort. Möge die Jagt…äh ich meine der Text beginnen.

Impuls zum Thema „Auf der Jagd nach Glück“ von Petra Wagner, Mitglied der Leitung der Kontemplationslinie

„Und wenn du
mit goldenen Speeren
jagst das Glück und triffst
und es liegt Dir zu Füssen
durchbohrt – “

Anneliese Vitense (1921 – 2000)

In der Dichte dieser wenigen Worte liegt die Wahrheit. Es ist mit ihnen im Grunde bereits alles gesagt. Die Jagd nach Glück kann nicht gelingen – sollte sie von scheinbarem Erfolg gekrönt sein, liegt das Glück „durchbohrt“ vor unseren Füßen. Leblos – wertlos. Und die Jagd beginnt von Neuem. Schneller immer schneller durch das Leben jagen – auf der Suche nach dem Glück. Kaum für einen Moment erahnt, scheu wie ein Reh, entschwunden. Die Anstrengungen mindestens verdoppeln, noch schneller, noch besser, noch perfekter, noch weiter, noch höher, noch spiritueller… atemlos sein.

Ja, auch die Spiritualität lässt sich für die Jagd nach dem scheinbaren Glück missbrauchen. Die „goldenen Speere“ im Gedicht von Anneliese Vitense, sind für mich ein wunderbares Symbol für genau dies.

Die „gewöhnlichen Speere“, wie mehr Erfolg im Beruf, mehr Reichtum, mehr Lob und Anerkennung im privaten wie beruflichem Umfeld, mehr Freunde, mehr Liebe von anderen zu bekommen und zu haben, überhaupt von allem mehr, bis es endlich genügt (was vermutlich nie der Fall sein wird), sind stumpf geworden und werden, als unbrauchbar erkannt, weggelegt. Das Müssen und das Haben wollen jedoch nicht. Es behält nach wie vor seine Dringlichkeit und ist weiterhin eng verknüpft mit der Idee des Glücks. Allein die Farbe des Umhangs, der übergeworfen ist, hat sich verändert. Sie scheint ein wenig heller, vielleicht leuchtender, auf jeden Fall schöner, zu sein.

Die Zeit der „Goldenen Speere“ ist angebrochen. Auch wenn das Glück nun neue Namen, wie Erleuchtung oder Einheitserfahrung, trägt, ist das Ziel nur scheinbar verändert. In der Tiefe findet oftmals eine zusätzliche Überhöhung statt: fortwährendes Glück – endlich! Die Jagd ist noch nicht vorbei, die Methodik ist lediglich an das neu formulierte Glück angepasst und fordert einfach ein anderes „mehr“: mehr und damit besser zu meditieren, mehr zu lieben, mehr Gelassenheit zu üben, oder auch mehr Freude am Leben haben zu müssen, was ein Widerspruch in sich ist. Wenn es nicht unmittelbar gelingt, gilt auch hier: die Anstrengungen mindestens verdoppeln, um noch besser, noch perfekter, noch weiser, noch liebevoller, noch spiritueller (oft wie eine Vergleichsperson, wer immer das auch sein mag) zu sein… und damit noch atemloser zu werden.

Atem und Leben sind eines. Das Leben mit all seinen Facetten wirklich leben, kann mit dem inneren Gehetztsein einer Jagd, gleich ob mit „gewöhnlichen“ oder „goldenen“ Speeren, nicht gelingen. Die Spiritualität ist zutiefst ungeeignet, um fortwährendes Glück zu suchen, da sie vom Wesen her keine Suche ist. Sie ist das Sein im Augenblick. Das Leben leben, genau so – ohne Müssen…. ohne Haben wollen – wie es jetzt ist.

Vielleicht… vielleicht dürfen dann auch die goldenen Speere einfach nur goldene Speere sein…